• Situation Alleinerziehender

Wirtschaftliche Situation

Während die gesellschaftliche Akzeptanz von Ein-Eltern-Familien deutlich zugenommen hat, ist die wirtschaftliche Lage vieler Ein-Eltern-Familien nach wie vor schwierig. Die Armut insbesondere allein erziehender Frauen und ihrer Kinder ist eine wesentliche Ursache für langfristige und umfassende Belastungen dieser Familienform.

Alleinerziehende mit minderjährigen Kindern haben gegenüber zusammen lebenden Paaren mit Kindern ein deutlich erhöhtes Armutsrisiko: Aktuelle Veröffentlichungen belegen, dass fast ein Drittel der Alleinerziehenden ihren überwiegenden Lebensunterhalt durch ALG I oder ALG II Leistungen bestreiten. Ist das jüngste Kind unter 3 Jahre alt, beziehen drei Viertel der allein erziehenden Mütter ALG II, weil es an Kinderbetreuungsangeboten mangelt und viele Mütter noch so jung sind, dass sie nicht über einen qualifizierten Berufsabschluss verfügen.

Kinder, die unter Armutsbedingungen aufwachsen, sind vielfach langfristig benachteiligt, weil sie über weniger altersgemäße Erfahrungsmöglichkeiten verfügen, ihre Bildungschancen vermindert sind und es ihnen schwerer fällt als anderen Kindern ein positives Selbstwertgefühl und Hoffnungen für die eigene Zukunft zu entwickeln.

Fast zwei Drittel der Alleinerziehenden sichern den größten Teil des Lebensunterhaltes für sich und die Kinder durch eigene Erwerbstätigkeit. Untersuchungen zeigen auch bei arbeitslosen Alleinerziehenden eine überdurchschnittlich hohe Motivation zur Erwerbstätigkeit, die jedoch oft wegen fehlender Kinderbetreuungsangebote und Arbeitsplätze nicht zu realisieren ist.

Überwiegender Lebensunterhalt
von Alleinerziehenden und Müttern in Paarhaushalten

Lebensunterhalt von Alleinerziehenden und Müttern in Paarhaushalten

Quelle: Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Alleinerziehende, BMFSFJ 2009

Im Vergleich zu Müttern in Paarhaushalten verdienen mehr Alleinerziehende den überwiegenden Lebensunterhalt durch Erwerbstätigkeit. Reicht das durch Erwerbstätigkeit erzielte Einkommen für die Familie jedoch nicht aus, so steht 38,3 % der Mütter in Paarhaushalten ergänzend Unterhalt durch Angehörige (in der Regel die Ehemänner) zur Verfügung, während Alleinerziehende dann auf überwiegend auf Sozialleistungen angewiesen sind.

Petra Winkelmann